ExWoSt-Modellvorhaben Nationale Stadtentwicklungspolitik in den Hohenzollernhöfen Ludwigshafen

"Die Stadt von Morgen - Klimaschutz und globale Verantwortung"

Im Zentrum der von der BauWohnberatung Karslruhe/bed&roses betreuten Begleitforschungsmaßnahme stehen die denkmalgeschützten Hohenzollernhöfe am Rande der Ludwigshafener Innenstadt – ein Ensemble aus rund 180 WE. Das Anwesen besteht aus zwei spiegelsymmetrisch aneinander gesetzten Planquadraten, die sich um begrünte Innenhöfe gruppieren.

Ausgehend von der derzeitigen Struktur (viele große Wohnungen mit gleichem – heutiger Nachfrage nicht mehr entsprechendem – Grundriss an einem Standort) und dem anstehenden Handlungsbedarf (Fassade, Dächer, Badsituation, etc.) in der Wohnanlage wird eine Neuausrichtung des Ensembles notwendig. Eine Standardmodernisierung über die ganze Wohnanlage – bei Belassung der gegebenen Grundrisssituationen – kann die Potentiale der Hohenzollernhöfe nicht ausschöpfen und wird auch zu keinem Markterfolg führen, da die vorherrschende Monostruktur mit Zugang zu den Wohnungen nur über Treppen selbst im Erdgeschoss nicht mehr der demografischen Realität entspricht. Die Geschlossenheit der Wohnanlage kann ein mehr an Miteinander unter den Bewohnern über Generationen hinweg fördern, wenn entsprechender Raum für Begegnung geschaffen wird.

Im Fokus steht im Rahmen des ExWoSt-Vorhabens eine Gesamtkonzeption im Sinne eines zukunftsfähigen Wohnmodells mit unterschiedlichen Bausteinen für städtisches Wohnen bzw. Mehrgenerationenwohnen für unterschiedliche Nutzergruppen, das unter der Federführung von LUWOGE, dem Wohnungsbauunternehmen der BASF AG entwickelt und umgesetzt wird. Um Klimaschutzzielen und neuen energetischen Anforderungen gerecht zu werden, wird das Gebäude auf heutigen Dämmstandard gebracht. Die energetische Sanierung erfolgt im Einklang mit den Belangen des Denkmalschutzes. Unter Berücksichtigung steigender Energiepreise soll eine “zweite Miete” vermieden werden.

Neben der Entwicklung von zeitgemäßen und zukunftsträchtigen Grundrissen für und mit verschiedenen Zielgruppen (z.B. Junge Familien, Senioren, Generation 50 plus, Alleinerziehende, Singles, aber auch Behinderte und Studenten, Berufstätige mit Home Office, Familien mit Oma/Opa), sollen Neue Wohnformen sowohl für generationenübergreifendes als auch altershomogenes Wohnen, aber auch die Integration einer Behinderten-/Nichtbehinderten-Wohngemeinschaft in die Wohnanlage ermöglicht werden. Gemeinschaftsflächen und wohnbegleitende Dienstleistungsangebote sollen dort ebenfalls Berücksichtigung finden, um die Generationentauglichkeit der Wohnanlage zu stärken.

Zuletzt wurde das Projekt mit dem Staatspreis Architektur und Wohnungsbau 2013 des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Dieser viel beachtete Architekturpreis wurde zuletzt 2008 und im Jahr 2000 vergeben.