Praxisleitfaden Zukunftsgerechte Wohnformen und Services

Anfang April 2009 wurde der Praxisleitfaden für "Zukunftsorientierte Wohnformen und Services" am Beispiel des Landkreises Germersheim als Abschlusspublikation eines rund 18 montatigen moderierten ILE-Prozesses offiziell vorgestellt. Mit einem klaren Fokus auf den ländlichen Raum werden hier praxisnahe Gestaltungsräume und Projektansätze auf kommunaler Ebene präsentiert, die auch ohne großes finanzielles Engagement entscheidende Verbesserungen der Wohn- und Lebensbedingungen von Menschen im ländlichen Raum aufzeigen.

Die Broschüre kann hier kostenlos downgeloaded werden:

Broschüre Germersheim

Haus Noah – Allen gerechtes Wohnen in der Pfingstweide

Das im Sommer 2008 fertiggestellte Haus Noah der LUWOGE, dem Wohnungsunternehmen der BASF, verfolgt einen in Deutschland einmaligen Ansatz: Zusammen mit der BauWohnberatung Karlsruhe hat die LUWOGE verschiedene Wohnformen für Jung und Alt in einem bestehenden Mehrfamilienhaus aus den 70er Jahren entwickelt mit dem Ziel, alle Generationen über differenzierte Stockwerkskonzepte hinweg zusammenzuführen, die gegenseitige nachbarschaftliche Hilfe zu fördern und die Bewohner gleichzeitig in den Stadtteil zu integrieren.


Am 8. Juli konnte das Projekt feierlich eröffnet werden. Fast alle der neu geschaffenen bzw. umgebauten Wohnungen sind bereits vermietet - der Leerstand (zuvor ca. 30%) konnte praktisch aus 0 reduziert werden.

In drei Jahren wurden von der LUWOGE rund drei Millionen Euro in das Projekt investiert. Der Bund hat hierzu einen Zuschuss von 750.000 Euro bewilligt. Die Neugestaltung des Hauses erfolgt im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für das Wohngebiet Pfingstweide.

ExWoSt-Modellvorhaben Nationale Stadtentwicklungspolitik in den Hohenzollernhöfen Ludwigshafen: "Die Stadt von Morgen - Klimaschutz und globale Verantwortung"

Im Zentrum der von der BauWohnberatung Karslruhe berteuten Begleiforschungsmaßnahme stehen die denkmalgeschützten Hohenzollernhöfe am Rande der Ludwigshafener Innenstadt - ein Ensamble aus rund 180 WE. Das Anwesen besteht aus zwei spiegelsymmetrisch aneinander gesetzten Planquadraten, die sich um begrünte Innenhöfe gruppieren.

Ausgehend von der derzeitigen Struktur (viele große Wohnungen mit gleichem – heutiger Nachfrage nicht mehr entsprechendem - Grundriss an einem Standort) und dem anstehenden Handlungsbedarf (Fassade, Dächer, Badsituation, etc.) in der Wohnanlage wird eine Neuausrichtung des Ensembles notwendig. Eine Standardmodernisierung über die ganze Wohnanlage - bei Belassung der gegebenen Grundrisssituationen - kann die Potentiale der Hohenzollernhöfe nicht ausschöpfen und wird auch zu keinem Markterfolg führen, da die vorherrschende Monostruktur mit Zugang zu den Wohnungen nur über Treppen selbst im Erdge-schoss nicht mehr der demografischen Realität entspricht. Die Geschlossenheit der Wohnanlage kann ein mehr an Miteinander unter den Bewohnern über Generationen hinweg fördern, wenn entsprechender Raum für Begegnung geschaffen wird.

Im Fokus steht im Rahmen des ExWoSt-Vorhabens eine Gesamtkonzeption im Sinne eines zukunftsfähigen Wohnmodells mit unterschiedlichen Bausteinen für städtisches Wohnen bzw. Mehrgenerationenwohnen für unterschiedliche Nutzergruppen, das unter der Federführung von LUWOGE, dem Wohnungbauunternehmen der BASF AG entwicket und umgesetzt wird. Um Klimaschutzzielen und neuen energetischen Anforderungen gerecht zu werden, wird das Gebäude auf heutigen Dämmstandard gebracht. Die energe-tische Sanierung erfolgt im Einklang mit den Belangen des Denkmalschutzes. Unter Berücksichtigung steigender Energiepreise soll eine „zweite Miete“ vermieden werden.

Neben der Entwicklung von zeitgemäßen und zukunftsträchtigen Grundrissen für und mit verschiedenen Zielgruppen (z.B. Junge Familien, Senioren, Generation 50 plus, Alleinerziehende, Singles, aber auch Behinderte und Studenten, Berufstätige mit Home Office, Familien mit Oma/Opa), sollen Neue Wohnformen sowohl für generationenübergreifendes als auch altershomogenes Wohnen, aber auch die Integration einer Behinderten-/Nichtbehinderten-Wohngemeinschaft in die Wohnanlage ermöglicht werden. Gemeinschaftsflächen und wohnbegleitende Dienstleistungsangebote sollen dort ebenfalls Berücksichtigung finden, um die Generationentauglichkeit der Wohnanlage zu stärken.

fertighauscity5+ - Typologische und Technische Studie zu mehrgeschossigen Wohnbauten in Holzbauweise.

In Rahmen eines interdisziplinären Verbundforschungsvorhabens mit der Universität Braunschweig und der O.Lux GmbH wurden gemeinsam mit dem Team der BauWohnberatung Karlsruhe in einem rund 18 Monate dauernden seriell gefertigte mehrgeschossige Wohnbauten in Holzbauweise mit bis zu 5 Geschossen für den innerstädtischen Bereich entwickelt und realisiert. Unterschiedliche Nutzergruppen sollen hierbei partizipatorisch über den Planer und Hersteller in die Bauprojekte integriert werden. Während beim freistehenden Einfamilienhaus der Bauherr meist auch der Nutzer ist und somit seinen Wohnraum individuell gestalten kann, hat der Nutzer im verdichteten Wohnungsbau wenig Einfluss auf die Konzeption. Dieser Mangel an individuell gestaltbarem Wohnraum im innerstädtischen Bereich führt zu einer Abwanderung vieler Haushalte in suburbane Bereiche. Das durch das Bundesministerium für Bauordnung und Raumwesen geförderte Forschungsvorhaben "fertighauscity5+" schafft entsprechende individuelle Gestaltungsspielräume, mit einer direkten Beteiligung der Bauherren am Planungsprozess. Erstmals ist durch das neue Baurecht in vielen Bundesländern der mehrgeschossige Holzbau möglich. Bauen mit einem nachwachsenden, ökologischen Rohstoff und die Vorteile der Vorfertigung, wie sie im Holzbau möglich sind, werden damit für die Citylagen interessant. Der Prototyp für die serielle Produktion von "fertighauscity5+" ist ein 5-geschossiges Wohnhaus, das je nach Anforderung eine Breite von 15,50 bis 20 m und eine Tiefe von 12-15 m hat. Die Wohnfläche je Etage beträgt zwischen 140 und 230 qm mit 1 bis 3 Wohneinheiten, auch eine Verbindung der Etagen zu Maisonettwohnungen ist möglich. Alle Wohnungen sind barrierefrei zugänglich. Für die Grundriss- und Fassadengestaltung gibt es eine große Bandbreite an Angeboten, die individuell nach den Bedürfnissen der Nutzer gefertigt werden. Singlewohnungen, Wohnungen für Wohngemeinschaften und Großfamilien aber auch Wohnungen für Pflegebedürftige mit zuschaltbaren Einheiten für das Pflegepersonal sind angedacht. Der Prototyp fügt sich in die klassischen innerstädtischen "urbanen" Parzellen, ist aber auch als Reihenhaus und freistehendes Einzelhaus realisierbar. Der Dachgarten, die Loggien und Balkone und das aufgelockerte großräumige Erdgeschoss sorgen für großzügige Freiräume auch in einem dichtbebauten städtischen Umfeld. Die Bauherren können unter Vorgabe der individuellen Planungsansprüche die Vorteile der industriellen Fertigung in Bezug auf baukonstruktive Qualität, Kosten- und Terminsicherheit nutzen.

Gemeinsam Wohnen im Alter
Chancen - Probleme - Perspektiven

Dokumentation mit Fachbeiträgen zu einer von der BauWohnberatung mitorganisierten Tagung im November 2006 in der Evangelischen Akademie Bad Herrenalb. (Herrenalber Protokolle Nr. 123, ISBN: 978-89674-126-4)

PDF >hp123.pdf

Neues Wohnen im Alter - Was geht und wie es geht

Im Zentrum des Buches stehen erfolgreiche Praxisbeispiele, wissenschaftliche Hintergrundinformationen und Erfahrungsberichte zum Thema Wohnen im Alter: Wie geht das eigentlich - finanziell, soziologisch, rechtlich? Wie kann der mögliche Weg in eine andere Wohnzukunft konkret aussehen?

Dieses Buch richtet sich deshalb einerseits an Fachkräfte von Kommunen, Sozialträgern und der Wohnungswirtschaft sowie sozial engagierte Architekten; anderseits an Bürger, die ihre Wohnzukunft selbst in die Hand nehmen und gerne wissen möchten, was sie auf diesem Weg konkret tun können.

Mit Beiträgen von Joachim Brech, Albrecht Göschel, Alexander Grünenwald, Gerda Helbig, Berta Heyl, Alex Hofmann, Cornelia Kricheldorff, Marie-Therese Krings-Heckemeier, Andreas Kruse, Renate Narten, Harald Nier, Klaus Joachim Reinig, Tobias Robischon

Erhältlich im Buchhandel oder über die BauWohnberatung (ISBN 3-87038-363-1)

Das Projekt "ZAG am Hofgarten" in Karlsruhe

"Selbstbestimmtes, gemeinschaftsorientiertes Wohnen" - Modellprojekt einer neuen Wohnpolitik für Menschen in jeder Lebensphase


Gesamtansicht von Süden

Veröffentlichung der Wüstenrotstiftung:
BauWohnberatung Karlsruhe

Gute und nachfragegerechte Wohnungen zu bauen wird in Deutschland zu einer immer anspruchsvolleren Aufgabe.
Dies gilt besonders im städtebaulichen Kontext.... Hinzu kommen gewandelte Ansprüche an Wohnungen und Wohnumfeld, die mit kommunalen Vorgaben und bauwirtschaftlichen Gegebenheiten abgestimmt werden müssen.
In Karlsruhe wurde der Versuch unternommen, eine neue Form für eine prozesshafte Wohnberatung zu entwickeln.
Im Vergleich zu den bisherigen Verfahren und Instrumenten sollte dieses BauWohnberatung genannte Modell eine frühzeitige Einbeziehung der späteren Nutzer/innen gewährleisten, ihre individuellen Wünsche und Bedürfnisse besser berücksichtigen und eine flexible, im Verlauf des Planungsprozesses auch revidierbare Festlegung von Einzelzielen ermöglichen.
Vier Kooperationspartner fanden sich zusammen...:Der Werkbund Baden-Württemberg als Initiator dieses neuen Modells, die Stadt Karlsruhe als Vertreterin des damit verbundenen öffentlichen Interesses, die Volkswohnung Karlsruhe als ...Wohnungsbauunternehmen und die Wüstenrot Stiftung als gemeinnützige Institution mit zahlreichen Projekten rund um das Bauen, Planen und Wohnen.
Das erste Projekt für die BauWohnberatung wurde ein Konversionsgelände in Karlsruhe-Nord, für das gemeinsam mit den späteren Bewohnern ein Siedlungskonzept gesucht wurde, das u. a. eine ökologisch optimale Energieversorgung, eine Programm zur Baukostenbeschränkung und eine autoarme Erschließung berücksichtigen sollte.

Die Dokumentation der wichtigsten Ergebnisse dieses Modellprojekts entstammt der wissenschaftlichen Begleitforschung im Auftrag der Wüstenrot Stiftung.

BauWohnberatung Karlsruhe
Wüstenrot Stiftung (Hg.)

Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg 2003
ISBN 3-933249-55-4

Publikationen@Wuestenrot-Stiftung.de
Hohenzollernstrasse 45, 71630 Ludwigsburg
Fax 07141-163900


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